Eurodollar, Tauschhandel und Bitcoin - Eurodollar, barter and BitcoinsteemCreated with Sketch.

in money •  2 months ago  (edited)

Ein sehr informativer Artikel zum Thema Eurodollar:
https://www.vanderbilt.edu/wp-content/uploads/sites/78/Fowler_The-Monetary-Fifth-Column-The-Eurodollar-Threat-to-Financial-Stability-and-Economic-Sovereignty.pdf

Aber der Autor scheint ein Anhänger von Staatsinterventionismus zu sein:
Übersetzt: "Unter dem Konzept der Währungssouveränität" hat jedes Land die ausschließliche Autorität, jeden Aspekt seiner Währung zu regulieren, einschliesslich aller Faktoren, die sich intern oder extern auf sie auswirken könnten. Als Idee geht die Währungssouveränität der politischen Souveränität voraus. Während es etwas übertrieben wäre, die Währungssouveränität wichtiger als die politische Souveränität zu nennen, ist ein solcher Vergleich offensichtlich sinnlos: Die beiden Konzepte sind untrennbar miteinander verbunden. Wie die anhaltende Krise in der Eurozone zeigt, ist es eine schwierige, vielleicht sogar unmögliche Aufgabe, einen modernen Nationalstaat zu führen ohne die Fähigkeit seine Geldpolitik zu steuern."

Ich würde eher sagen, dass das Gegenteil der Fall ist.
Die Währungssouveränität ist KEINE Voraussetzung für die politische Souveränität (sonst wären Ecuador oder Liechtenstein politisch nicht souverän), sondern die Währungssouveränität ist ein Instrument, dessen übermäßiger Einsatz häufig zum Verlust der politischen Souveränität führt, wie in Venezuela oder Simbabwe zu beobachten ist. Sobald die politische Führung die Kontrolle über ihre Währung verliert, verliert sie auch die Kontrolle über ihr Land und ihre Bevölkerung - was zu Elend und Verzweiflung führt.

Der Autor identifiziert einige Probleme mit und innerhalb des Eurodollar-Marktes und kommt zu dem Schluss, dass dieser Markt reguliert werden muss. Er denkt jedoch nicht darüber nach, warum oder ob der Eurodollar-Markt notwendig ist.

Meine Meinung:

  • Die Schaffung des Eurodollars war notwendig, da wir nach Beendigung der Goldbindung von Fiat im Grunde genommen zum Tauschhandel zurückgekehrt sind. Wenn ein Unternehmen in Land A eine Ware von einem Unternehmen in Land B kaufen möchte, muss es Fiat A gegen Fiat B tauschen und kann dann die Ware in Land B kaufen. Der Eurodollar dient als eine Art Schmiermittel für die internationalen Finanzmärkte.

  • Dieser Markt wird sich als nicht stabil erweisen, wie im obigen Artikel erörtert.

  • "So musste es denn geschehen, dass aus der Reihe der marktgängigeren Güter, welche als Tauschmittel verwendet wurden, allmählich die weniger marktgängigen ausgeschieden wurden, bis zuletzt nur mehr ein einziges Gut übrig blieb, welches allgemein als Tauschmittel gebraucht wurde: das Geld." (Ludwig von Mises: https://cdn.mises.org/Theorie%20des%20geldes%20und%20der%20Umlaufsmittel_2.pdf)

  • Aus dem Artikel: "Aufgrund der bloßen Größe des Eurodollar-Marktes könnte weit verbreitete Kreditausfälle die Weltwirtschaft in eine Rezession treiben. Dieses Risiko resultiert aus dem hohen Integrationsgrad in den Interbanken-Märkten. Sollte eine besonders wichtige Bank oder eine Reihe von Banken auf dem Eurodollar-Markt scheitern, könnte die daraus resultierende Ansteckung einen Dominoeffekt auslösen, der zum Scheitern des Weltmarkts führt."

  • Ich erwarte in den kommenden Jahren Hyperinflationen von Fiatwährungen - beginnend mit kleinen, politisch korrupten und instabilen Ländern. Z.B. Venezuela könnte der Ausgangspunkt sein, gefolgt vom argentinischen Peso, der türkischen Lira, dem südafrikanischen Rand, ... Japans Yen könnte die erste wirklich große Fiatwährung sein, die ins Wanken gerät (https://www.reuters.com/article/us-japan-economy-boj-idUSKCN1NI07Z).

  • Die Währungen mit der schlechtesten Wertentwicklung gegenüber dem USD seit 2001: image.png

  • Letztendlich erwarte ich einen Kampf zwischen USD, Gold und Bitcoin um den Status als globales Geld - und ich erwarte, dass Bitcoin aufgrund seiner Angebotsstabilität, seiner Neutralität, seiner Liquidität / Marktgängigkeit, usw. gewinnt: image.png

Kritik, Korrekturen, Zustimmung, Upvotes und Resteems erwünscht - nicht unbedingt in dieser Reihenfolge ;-)


A very interesting and information-loaded article on the topic "Eurodollar":
https://www.vanderbilt.edu/wp-content/uploads/sites/78/Fowler_The-Monetary-Fifth-Column-The-Eurodollar-Threat-to-Financial-Stability-and-Economic-Sovereignty.pdf

But the author seems to be a statist:
"Under the concept of monetary sovereignty, “each country has the exclusive authority to regulate every aspect of its currency,
including any factor that may affect it internally or externally.” As an idea, monetary sovereignty predates political sovereignty. While it would be a stretch to call monetary sovereignty more important than political sovereignty, such a comparison is ostensibly meaningless: the two concepts are inextricably intertwined. As the continuing crisis in the Eurozone demonstrates, running a modern nation-state without the ability to control its monetary policy is a difficult, perhaps impossible, task."

I would rather say that the contrary is true.
Monetary sovereignty is NOT a prerequisite for political sovereignty (otherwise Ecuador and Liechtenstein would have no political sovereignty), but monetary sovereignty is an instrument whose (excessive) use often leads to the loss of political sovereignty, as can be seen in Venezuela or Zimbabwe. As soon as the leaders lose control over their currency, these leaders lose control of their country and people - ending in misery and despair.

The author identifies some problems with and within the Eurodollar market and comes to the conclusion that this market must be regulated.
He doesn't think about why or if the Eurodollar market is necessary.

My opinion:

  • The creation of the Eurodollar was necessary because after ending the Fiat convertibility to Gold we basically went back to barter. If a company in country A wants to buy a good from a company in country B, it has to barter Fiat A to Fiat B and can then buy the good from the company in country B. The Eurodollar serves as a kind of lubricant for the international financial markets.
  • This market won't prove stable as discussed in the article above.
  • There is "an inevitable tendency for the less marketable of the series of goods used as media of exchange to be one by one rejected until at last only a single commodity remained, which was universally employed as a medium of exchange; in a word, money." (Ludwig von Mises).
  • From the article: "Due to the sheer size of the Eurodollar market, widespread default could send the world economy into recession. This risk stems from the high degree of integration in interbank markets. If a particularly important bank or series of banks in the Eurodollar market were to fail, the resulting contagion could trigger a domino effect resulting in the failure of the global market."
  • I expect hyperinflations of fiat moneys in the years to come - starting with small, politically corrupt and unstable ones. E.g. Venezuela could be the starting point, Argentine Peso next, then Turkish Lira, South African Rand, ... Japan's Yen could be the first real big fiat to tumble (https://www.reuters.com/article/us-japan-economy-boj-idUSKCN1NI07Z).
  • The worst performing currencies against the USD since 2001: image.png
  • In the end I expect a fight between the USD, Gold and Bitcoin for the status as global money - and I expect Bitcoin to win - because of its inherent supply stability (soundness), its neutrality, its liquidity/salability... image.png
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Schöner Artikel! Bis es zu diesem Dreikampf kommt dürften aber noch einige Jahre vergehen denke ich...

Interessant mal über die Zukunft nach zudenken, bin gespannt wie der dreikampf ausgeht.

Irgendeine Kryptowährung wird das Rennen machen, im schlimmsten Fall eine staatliche Kryptowährung.

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Den Eurodollarmarkt haben wir der UdSSR zu verdanken. Die hatten Angst, dass die USA ihre USD Guthaben bei den US Banken aus dem Ölgeschäft einfrieren. Deshalb sind sie an europäische Banken herangetreten.

Edit: Das was ich geschrieben habe, steht ja eh im Text.

Dass der Autor vom money multiplier schreibt, zeigt leider, dass er keine Ahnung vom Bankgeschäft hat. Zentralbankreserven führen nicht zu vermehrter Kreditvergabe.
Erst kommt die Kreditvergabe und dann (wenn es sein muss) besorgt man sich Reserven.
Der Eurodollarmarkt hat auch den 87er Crash überstanden, also braucht man sich keine Sorgen machen
Meine Hoffnung is ja, dass wir in Zukunft alle den USD als Wertmaß benutzen, aber bitte ohne Zentralbanken.

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