Der Zins: Vom historischen Missverständnis zur staatlichen Manipuliermasse

in #deutschlast year

Das Liberale Institut aus Zürich hat ein neues Paper veröffentlicht, geschrieben von KARL-FRIEDRICH ISRAEL (ist promovierter Ökonom sowie Forscher/Professor an den Universitäten Berlin, Leipzig und Angers, https://www.wifa.uni-leipzig.de/iwp/team/israel0.html; https://kfisite.files.wordpress.com/2020/02/karl-f-israel-cv.pdf):
https://www.libinst.ch/publikationen/LI-Paper-Israel-Zins-staatliche-Manipuliermasse.pdf

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Zusammenfassung

  • Wer Kapital besitzt, kann es in der Regel dazu verwenden ein fortlaufendes Einkommen daraus zu erzielen. Doch woher und warum empfängt der Kapitalist jenen Güterzufluss? Diese Frage geht dem Kern des Zinsproblems auf den Grund. Allerdings hat man sich ihrer zufriedenstellenden Beantwortung in der wirtschaftswissenschaftlichen Ideengeschichte aufgrund historischer Missverständnisse – von der Antike, über das christliche Mittelalter, bis hin zu Marx – nur langsam annähern können.
  • Wer im Zins ein Einkommen ohne Gegenleistung oder sogar ein Zeichen für die Ausbeutung der Arbeiterklasse erblickt, wird viel eher dazu neigen, ihn zu bekämpfen und zu unterdrücken. Wer sich der Komplexität und des enormen Geltungsbereichs des Zinsphänomens nicht bewusst ist; wer es lediglich auf einen Gleichgewichtspreis im Kreditmarkt reduziert, ohne dessen weitreichende realwirtschaftliche Grundlage zu beachten, der wird eher dazu bereit sein, den Zins gezielt zu manipulieren und als politisches Mittel einzusetzen.
  • Es war der grosse Verdienst der Österreichischen Schule der Nationalökonomie, den Kreditmarkt als einen Ausschnitt des gesamtwirtschaftlichen Marktes für Ersparnisse herauszuarbeiten, sowie ihr verbindendes Element – die Zeitpräferenz – in den Mittelpunkt zu stellen. Diese Erkenntnis wurde jedoch von der einflussreichsten Strömung der modernen Wirtschaftswissenschaften, dem Keynesianismus, abgelehnt, die den Zins wieder zunehmend isoliert betrachtet – als einen blossen Gleichgewichtspreis, der sich am Geldmarkt aus dem Zusammenspiel von Geldnachfrage und Geldangebot bilde. Dies stellt einen tragischen wirtschaftswissenschaftlichen Rückschritt dar. Eine langfristig stabile und prosperierende Wirtschaft braucht einen freien Kreditmarkt ohne zentralbankpolitische Zinsmanipulation.

Disclaimer: Der Text ist nicht von mir, sondern vom Liberalen Institut. Sobald das Liberale Institut (oder der Autor des Textes) einen Account bei Steem hat, sende ich die Rewards für diesen Post (grosszügig aufgerundet) zu dessen Account.

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Eine langfristig stabile und prosperierende Wirtschaft braucht einen freien Kreditmarkt ohne zentralbankpolitische Zinsmanipulation.

Gut dass wir diesen freien Kreditmarkt haben, in dem die Zentralbank völlig machtlos ist.
Die Zinsen sind jetzt deutlich höher als noch vor einer Woche.
Trotz der Zentralbankbombe, die gezündet wurde.

Eine Wirtschaft braucht auch die Möglichkeit, dass im Prinzip jeder Geld erschaffen kann und nicht einige wenige Monopolisten (die Goldminenbesitzer), wie es viele Austrians gerne hätten.

So gut wie die Arbeit der Austrians in Bezug auf die persönliche Freiheit war und ist, so schlecht ist leider ihre Geldtheorie.
Schade, dass auch viele Left Libertarians wie Sam Konkin und Karl Hess darauf hereingefallen sind.
Das liegt aber wohl daran, dass sie die Zeit der großen Inflation in den 70ern miterlebt haben.
Die neuen Left Libertarians, z.B. vom Center for a Stateless Society verstehen das Geld Gott sei Dank besser:
https://c4ss.org/content/52409

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