Wieso Schönheitsideale nicht von der Gesellschaft vorgegeben sind und was wir daraus lernen können

in #deutsch7 months ago (edited)

Was im Durchschnitt als schön empfunden wird, hängt von evolutionär verankerten Faktoren, wie Gesundheit ab, die bei einer Partnerwahl wichtig waren/sind.
Auch die dahingehende Funktion der sekundären Geschlechtsmerkmale wie breite Schultern, schmale Hüften bei einem Mann, oder ein schönes taille/Hüften Verhältnis bei einer Frau dürfte den meisten schon bekannt sein.

Was viele jedoch nicht wissen, ist das auch das Gesicht viel über die Gesundheit eines Menschen aussagt, beziehungsweise ob seine/ihre Entwicklung gut abgelaufen ist.
So ist ein schönes Gesicht keine durch Schönheitsideale erzeugte subjektive Einschätzung sondern vielmehr objektiver Beweis dafür, dass dieses Gesicht eine gesunde Entwicklung durchlaufen ist und sich uneingeschränkt, optimal nach seinen Genen entwickeln konnte.
Denn wie unser Gesicht sich entwickelt hängt maßgeblich von unserer Zungenhaltung ab, welche vorallem als Baby geprägt wird. Danach sind vorallem Faktoren wie unser Kauverhalten, sowie unsere Körperhaltung entscheidend im Bezug auf unsere Gesichtsentwicklung.

Wie mehrere Studien gezeigt haben, schreiben wir schönen Menschen automatisch weitere positive Eigenschaften zu (Olson&Marshuetz, 2005), (Langlois et al., 2000), was meiner Meinung nach auch damit zusammenhängen könnte, das wir unterbewusst erkennen das dieser schöne Mensch sich ungehindert, unter zumindest biologisch gesehen positiven Umwelteinflüssen entwickelt hat, wodurch wir unterbewusst darauf schließen, dass diese Person rund um gesund entwickelt ist.
So liegt beispielsweise das durchschnittliche Einkommen von schönen Menschen 12-14% höher als das ihrer Kollegen (Hammermesh & Biddle, 1994), worauf es zwei Antworten gibt:

  1. Sie werden aufgrund ihrer höheren Attraktivität bevorzugt, bzw für besser eingeschätzt als sie wirklich sind.

  2. Sie liefern bessere Arbeit ab, entweder wegen Punkt 1.(erwiesener Vorteil im Sales Bereich zb.) Oder weil sie tatsächlich über durchschnittlich höher entwickelte positive Eigenschaften wie ihre weniger attraktiven Kollegen verfügen.

Diese Bevorzugungen attraktiver Menschen sind überall zu sehen, ob bei Bewerbungsgesprächen (Budesheim & DePaola, 1994) oder auch bei Gerichtsverhandlungen (Castellow, Wuensch & Moore 1991) und natürlich bei der Partnerwahl.

Und obwohl es nicht schon genug Vorteile zu geben scheint, haben schöne Menschen auch gesundheitliche Vorteile, wie beispielsweise keine kieferorthopädischen Behandlungen gegen Fehlstellungen oder Ziehen von Weisheitszähnen, da sich der Kiefer optimal entwickelt hat (wie angedacht) und nicht kleiner als er sein sollte und den Weisheitszähnen keinen Platz mehr bietet. Außerdem keine/weniger Gesundheitliche Probleme die mit starkem Übergewicht einhergehen.

Ein gesunder Lebensstil, kann somit durchaus positive Einflüsse auf alle Lebensbereiche haben, schließlich befindet sich unser Körper in einer lebenslangen Transformation und wir können ihn jederzeit, wenn auch nur langsam verändern. Dies belegen beispielsweise Knochenveränderungen von Sportlern, was die Knochendichte und sogar die Größe der Knochen angeht (Wolffsches Gesetz). Auch andersrum sind Veränderungen möglich, die auch erklären, warum viele Menschen unter ihrem optischen Potential bleiben. Hierfür kann man sich Bilder von Leuten anschauen, die im Laufe ihres Lebens unglücklicherweise Lähmungen bekamen und im Folgenden tragische Verluste in ihren passiven Strukturen erlitten. So schmelzen Knochen bei nicht Verwendung regelrecht dahin, wie man an solchen Personen erkennen kann.

Es ist also nicht nur möglich den Aufbau seines Körpers nur bei den Faktoren Muskeln und Fett zu verändern, auch Veränderungen der passiven Strukturen sind möglich. Ins positive oder negative.
Selbst unsere Luftröhre kann sich durch eine schlechte beziehungsweise gute Körperhaltung verändern.

Unser ganzer Körper befindet sich also ein lebenlang im Wandel. Ob das Fluch oder Segen für uns ist, entscheiden allein wir selber, da wir diesen Wandel nutzen können, uns unseren Wünschen entsprechend anzupassen oder ob wir an dem Wandel immer schwächer werden.

Wir sind in der einzigartigen Position unsere Lebensumstände und Lebensweise selbst schlagartig ändern zu können, wodurch wir uns selbst mental und physisch aus eigenem Antrieb heraus verändern können.
In gewisser Weise sind wir auch dadurch schon Herr der Evolution (ohne Gentechnik uä.).

Da es für den Körper vermutlich am "kostengünstigsten" ist den Status Quo beizubehalten oder sogar abzubauen, wird es immer anstrengend sein, Fortschritte zu erzielen (über sich selbst hinauszuwachsen).
Wirklich wachsen tut man erst außerhalb seiner Komfort Zone, wenn man neue Dinge macht, mit neuer Intensität.

Dies soll zeigen, dass es nicht darauf ankommt, mit was man gestartet ist, sondern was man daraus macht.

Hoffe das ihr alle eure Zeit gerade teilweise zur Weiterbildung nutzt um hoffentlich gestärkt aus dieser Krise herauszugehen.
Seht es als positiven Widerstand an, an dem ihr wachsen könnt.

Quelle/weitere Informationen zur Entwicklung unseres Gesichts:

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Hi UDCT,

sehr interessanter Artikel. Ich muss zugeben ich kann dies durchaus nachvollziehen.
Ich persönlich treibe seit etwa 15 Jahren regelmäßig Sport und ernähre mich seit mindestens 5 Jahren sehr gut. Dann machte ich eine interessante Entdeckung bei einem Klassentreffen letztes Jahr. Wir hatten uns seit etlichen Jahren nicht mehr gesehen und meine alten Klassenkameraden und *INNEN sagten mit mir unabhängig voneinander, dass ich mich extrem gut gehalten habe, also verglichen mit dem Rest. Viele hatten immer noch so alte Muster drin wie regelmäßiges Trinken, schlechte Ernährung, kaum Sport, Bullshitjobs und, ja, dies hatte einen derartigen Einfluß, dass einige wirklich ziemlich schlecht aussahen. Es ist also nie zu spät, man kann immer was bewirken. Trotzdem ist es schade, dass unsere Gesellschaft derart oberflächlich ist, aber so ist wohl das Leben.

Hive for Life

Gruß

Chapper

Hey chapper,
Schön mal wieder von dir zu lesen und danke natürlich für den sehr großzügigen steemstem upvote.

Ja ich finde auch, dass das durchaus sinnig ist, habe mir auch schon immer gedacht, dass beim aussehen unglaublich große veränderungen möglich sind, die sich rein muskulär, fettmäßig nicht erklären lassen.
Also knöcherne veränderung durchaus möglich sind.

(gut teilweise auch bei transformationen von bodybuildern zu "hulks", die schmeißen sich natürlich alle möglichen substanzen, die teilweise auch die knöcherne umbaurate beschleunigen, wodurch die knochen sich noch schneller anpassen).

Durch lauch3d beziehungsweise ein bodybuilding forum hat sich meine Vermutung dann bestätigt.

Trotzdem ist es schade, dass unsere Gesellschaft derart oberflächlich ist, aber so ist wohl das Leben.

Da hast du Recht, gerade dieser "erste Eindruck" ist leider schon sehr oberflächlich.

Wohl durch den "Halo-Effekt", wie Sozialwissenschaftler die Übertragung von einem positiven Merkmal eines Menschen (zb gutes Aussehen) auf andere Eigenschaften nennen.

Der Gesamteindruck wird also erstmal durch ein besonders herausstechendes Merkmal gebildet und beim ersten treffen ist das in der Regel wahrswcheinlich erstmal das Aussehen.

Längerfristig kommen zum Glück noch andere Faktoren hinzu, die einen Einfluss auf die Sympathie haben. (Ähnlichkeit, Assoziationen,...)

Beste Grüße, bleib weiterhin fit

!invest_vote

Ja der berühmtberüchtigte "Erste Eindruck". Natürlich neigt man eher dazu attraktive Menschen "zu beachten". Ich denke aber es gibt neben "schön" oder "nicht sooo schön" noch ein viel wichtigeren Effekt. Den hast du teilweise durch den Halo-Effekt schon beschrieben. Ich rede von der Aura, welche einen Menschen umgibt und meines Erachtens nach nicht nur vom Aussehen bestimmt wird, sondern vielmehr vom Charakter an sich. Auch dies zeigt sich neben dem Aussehen sehr schnell. Prinzipiell kann man Menschen in zwei Hauptkategorien einteilen: "Bei denen einen geht das Licht an, wenn sie einen Raum betreten, bei den anderen geht das Licht an, wenn sie ihn verlassen!".

In dem Sinne "bleib heiter" ;-)

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schöner Artikel. Man kann viel machen. Weiße gerade Zähne sind für viele leicht zu erreichen und machen schon viel aus, außer man hat genetische Stoffwechselerkrankungen und Fehlbildungen. Keine Phosphorsäure, nicht rauchen. Gute Calciumhomeostase (D3, K2, Calcium, Testosteron). KFA, Haltung. Auch die Stimme resoniert deutlich besser. Gestern musste ich auch festellen dass Menschen doch auf Pheromone regieren (was lange Zeit als nicht ausreichend belegt galt). Sowohl Männer bei Frauen als auch andersrum noch deutlich stärker auf 16-Androsten bzw. Androstanol. Da gibt es viele unterbewusste Prozesse die bei der Partnerwahl eine Rolle spielen.

PS. Wolffsches Gesetz.

danke, stimmt pheromone verdeutlichen das auch nochmal gut, meine mich zu erinnern, dass auch dort optische attraktivität wiedergespiegelt wird und schöne Menschen besser riechen.
Ist halt alles so eng mit unseren hormonen usw verknüpft.

16-Androsten bzw. Androstanol

Wird das einfach in einem Verhähltnis zum "normalen testo" ausgeschüttet oder ist komplizierter und hängt vllt sogar davon ab, wie oft man sex hat und bestimmt auch gekoppelt mit körperhaltung und daraus resultierendem selbstvertrauen...?

Wolffsches Gesetz

danke dir, korrigier ich.

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Sowohl als auch. Männer haben eine deutlich höhere Konzentration durch den höheren Testospiegel aber es fluktiert auch in abhängigkeit anderer Faktoren vorallem natürlich beim Empfänger.

Es gibt zwei Modi bei der Auswahl des Partners. Zum einen Faktoren nach denen man einen genetisch nahen Partner wählt (assortativ) und natürlich einen Gegenmechanismus nach dem der Partner genetisch weiter weg ist (dis-assortativ) um Inzucht zu vermeiden. Bei Vögeln bspw. sind es Verwandschaftsgrade 2. und 3. Grades oft nicht weiter (sofern die Wahl besteht). Bei Menschen richtet sich die Auswahl oft nach dem Human-Leukocyte-Antigen (HLA) und wir suchen bei vielen Attributen eher HLA-unähnliche Partner. Hat man wie bei Tinder nur die Gesichter im Rating sucht man tendenziell HLA-ähnlich zumindest gibt es keinen Hinweis das Facial-Ratings HLA-unähnlich sind. Trifft man den potentiellen Partner mit allen Sinnen ensteht eine Kombination die zu HLA-unähnlichen Partnern führt. Geruchspräferenz ist über die 16-Androstene HLA-disassortativ.

Was die Partnerwahl von Männern betrifft hat man meist die Suche nach Masse (PS* viele junge Frauen nicht massige Frauen :D) und hohe Östratetraenol Konzentrationen. Während Frauen auch noch nach Langzeit-Beziehung und Versorger-Qualitäten selektieren.

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