Ölaktien zum Discountpreis

in #deutsch6 months ago

Liebe Steemitgemeinde,
Liebe Freiheitsfeinde,
Liebe Freiheitsfreunde,
Liebe Aktionäre,

dieser Artikel richtet sich an alle die gerne in Aktien investieren (wollen), er richtet sich auch an alle, die glauben Optionen seien gefährlich und er richtet sich an alle, die mir hier vorgeworfen haben, als Derivat-Trader würde ich vom Leid anderer Leute profitieren.

Der Crash im Ölpreis setzt sich fort.

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Bildquelle: tastyworks.com

Dies wirkt sich natürlich auch auf die Kurse der Ölaktien aus.
Hier als Beispiel Exxon-Mobile (XOM):

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Bildquelle: tastyworks.com

Wer nun glaubt, dass wir auch zukünftig noch Öl brauchen und wer nicht daran glaubt, dass eine Firma wie Exxon Mobile pleite geht, kann nun hergehen und einfach Aktien kaufen.

Hundert Stück Exxon Mobile (XOM) kosten $3,472 (in einem Margin Account nur die Hälfte).
Seine Gewinnchancen entsprechen einem Münzwurf und man kann mit 100 Aktien maximal $3,472 verlieren.

Der bessere und sicherere Weg

Da aber momentan Weltungergangsstimmung an den Ölmärkten herrscht ist die erwartete Volatilität (Implied Volatility) auch entsprechend hoch, nämlich 157.76%.

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Bildquelle: tastyworks.com

Diese erwartet Volatilität ist das was die Optionspreise extrem teuer macht.
Die Märkte preisen ein, dass der Ölpreis in den nächsten 12 Monaten entweder um 157.76% höher oder niedriger liegt.
Da der Ölpreis nicht weiter als auf null fallen kann, ist 157.76% niedriger gar nicht möglich.

Wer also jetzt aktuell Exxon-Mobile kaufen will, kann stattdessen eine Put Option verkaufen.
Um Optionen zu verkaufen, muss man sie vorher nicht unbedingt besitzen.
Eine Option ist nichts anderes als ein Liefer-/Abnahmeversprechen zwischen zwei Personen zu einem vorher vereinbarten Preis und innerhalb eines vorher vereinbarten Zeitraums.

Schauen wir uns das Ganze an einem Beispiel an.

Was ihr nachfolgend seht ist eine Option Chain des Verfallsmonats April.
Sozusagen eine Preistafel für die unterschiedlichen Ausübungspreise, die zur Verfügung stehen.
Auf der linken Seite sieht man Call Optionen und auf der rechten Seite sieht man Put Optionen.

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Wenn wir eine Put Option mit Ausübungspreis $27.5 zum Preis von 1.34 (=$134) verkaufen, dann gehen wir die Verpflichtung ein, dass uns der Käufer der Option innerhalb der nächsten 30 Tage hundert Stück Exxon Mobile zum Preis von $27.5 verkaufen darf und wir die Aktien übernehmen müssen.
Wir verkaufen also dem Käufer unserer Option eine Versicherung für seine Aktien.
Dafür bezahlt er uns $134.
Wir als Verkäufer sind die Option short und der Käufer ist die Option long.
Wir profitieren, wenn die Aktie nicht zu stark fällt, gleich bleibt oder steigt.
Der Käufer profitiert, wenn der Kurs der Aktie sehr schnell und sehr weit fällt.

Was kann passieren?

Nachfolgend eine Bild der Profit & Loss Kurve für einen 27.50 short Put.

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Bildquelle: tastyworks.com

So lange der Preis von Exxon Mobile am Verfallstag nicht unter $27.50 stehr wird gar nichts passieren.
Die Option verfällt wertlos und wir behalten das Geld.
Der Punkt an dem wir anfangen Geld zu verlieren ist der Ausübungspreis von 27.5 minus der Optionsprämie, die wir kassiert haben.
In diesem Bild hätten wir sogar $1.42 bekommen.
Unser Break-Even-Point am Verfallstag ist also 27.5 - 1.42 = 26.08.

Was ist wenn der Preis tiefer fällt?
Angenommen der Preis von Exxon Mobile steht am Verfallstag tiefer als 27.5 oder der Käufer der Option übt sein Recht vorzeitig aus.
Nun, dann müssen wir die Aktie zum Preis von $27.50 (=$2,750 pro 100 Stück) kaufen.
Unser Preis für 100 Stück sinkt durch die $142 Optionsprämie, die wir kassiert haben, auf $2,608.
Da wir aber die Aktie ja eigentlich sowieso kaufen wollten, haben wir im Vergleich zu demjenigen, der sie zum Preis von $34.72 (=$3,472 pro 100 Stück) direkt gekauft hat, $864 gespart.
Glaubt ihr immer noch, dass Optionen riskant sind?

Wo ist der Haken?

Sollte sich der Trend umkehren und der Preis von Exxon Mobile wieder hochschießen, dann haben wir nur die Möglichkeit maximal die Optionsprämie zu behalten ($142), während derjenige, der die Aktien direkt gekauft, hat theoretisch unlimitierten Profit machen kann, da ja eine Aktie theoretisch unendlich steigen kann.
Wir tauschen also beim Verkauf einer Put Option einen theoretisch unendlich großen Gewinn, gegen eine höhere Gewinnchance ein. In diesem Beispiel liegt unsere Gewinnchance bei 80%.
Der Käufer unserer Option hat auch einen theoretisch unlimitierten Gewinn, da der Preis einer Option ja auch durch die Decke gehen kann, dafür hat er in diesem Beispiel nur eine 20%ige Gewinnchance.

Wie groß ist das Risiko?

Sollte Exxon Mobile pleite gehen und die Aktien wertlos werden, dann verlieren wir maximal den Ausübungspreis mal 100, abzüglich der Optionsprämie, die wir kassiert haben, also $2,608.
Hätten wir Exxon Mobile direkt gekauft, dann würden wir im Fall einer Pleite maximal $3,472 verlieren.
Wir stehen also als Optionsverkäufer viel besser da, als der Aktienkäufer.

Mehr dazu gibt es in meinen Büchern oder in einem persönlichen Coaching (anfrage bitte per Twitter).

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Warnhinweis

Das oben Geschrieben dient nur der Unterhaltung und ist keine Anlageberatung.
Ich bin auch kein Anlageberater.
Die Aktienmärkte sind böse und die Optionsmärkte noch viel böser.
Hört darauf was Euch euer Finanzminister empfiehlt und nicht auf Leute wie mich.

Stephan Haller

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stark, resteem. Wenn ich jetzt noch wüsste wer mein Finanzminister ist 🤔

"...an der Universität Hamburg ein Studium der Rechtswissenschaft im Rahmen der einstufigen Juristenausbildung, das er 1985 abschloss. Während seines Studiums wohnte er in einer Wohngemeinschaft mit dem späteren Staatsrat Andreas Rieckhof.[5] Seit 1985 ist er als Rechtsanwalt zugelassen. Scholz ist Fachanwalt für Arbeitsrecht und Partner der Anwaltskanzlei Zimmermann, Scholz und Partner in Hamburg."

...ach du kacke

22 Dollar für Crude. Krass. Langsam beginnt die Übertreibung nach unten. Ich werde aber nicht in Ölaktien investieren.

Ich bin alt genug, dass ich mich sowohl an $150, als auch an $10 erinnern kann.

Problem: Wenn ich Aktien kaufe, bekomme ich für die keinen private key.

Interessant, nur die US-Interpunktion irritiert ein wenig.

Schade, daß ich ausgerechnet jetzt kein Geld habe (bzw. nicht rankomme an das, was ich noch habe). Habe Anfang des Jahres zum Glück einen Haufen Öl-Scheine mit 20% Gewinn verkauft. Jetzt würde ich doch glatt wieder welche kaufen.

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 6 months ago Reveal Comment