Corona vs. SARS - ein VergleichsteemCreated with Sketch.

in deutsch •  2 months ago  (edited)

Liebe Steemianer,
gestern hätte ich noch den post begonnen mit "ich bleibe dabei, kein Grund zur Panik, auch wenn die WHO am 30.Jänner 2020 wegen der Coronavirus(2019-nCoV)-Epidemie den weltweiten Gesundheitsnotstand ("global emergency") ausgerufen hat".
Heute, einen Tag später bin ich mir nicht mehr sicher. Panik ist natürlich nicht angesagt, zumindest als gesunder Mittelauropäer, aber es ist leider ernster als noch vor ein paar Tagen, unabhängig von der Berichterstattung (die ja stets auflagengetrieben bzw. sensationsgeil ist).

Zum Vergleich zwischen der SARS-Pandemie von 2003 und der jetzigen Pandemie durch den neuen Corona-Stamm (2019-nCoV) habe ich mir selbst die Zahlen rausgesucht und in Excel eingetragen (gemäß "Traue keiner Statistik...").
Warum mit SARS vergleichen? SARS wurde ebenfalls durch einen Vertreter der Corona-Viren hervorgerufen und ist ebenfalls in China ausgebrochen. Zur Erinnerung, SARS hatte insg. 8069 Menschen infiziert und 779 Todesopfer gefordert Quelle, also rund 10% der Infizierten.

Als Tag 1 galt bei SARS der 17. März 2003 Quelle, bei 2019-nCoV der 31. Dez. 2019 Quelle, die Zahlen auf der x-Achse beziehen sich jeweils auf die Anzahl der Tage nach Tag 1.
Leider sind die Daten zum 2019-nCoV zwischen https://thewuhanvirus.com/ und der WHO nicht ganz übereinstimmend (möglicherweise aufgrund der Zeitverschiebung, China ist ja einen halben Tag früher dran, das macht bei diesem Anstieg an Fällen einen Unterschied), ich habe daher die 2019-nCoV Daten den täglichen WHO-Berichten entnommen. Die SARS-Zahlen stammen von hier und hier (bei Abweichungen habe ich einen Durchschnitt genommen).

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Der Verlauf ist schon recht dramatisch und ich hatte gehofft, dass es bei den Neuinfizierten inzwischen zu einer Abflachung der Kurve gekommen sei, wie sie bei den anderen Epidemien immer der Fall gewesen ist. Die relativ lange (laut WHO bis 10 Tage ([Quelle](https://www.who.int/docs/default-source/coronaviruse/situation-reports/20200127-sitrep-7-2019--ncov.pdf? als früher sind hier vermutlich die wesentlichen Einflussfaktoren.

Auch wenn man zusätzlich mit der sog. "Schweinegrippe"-Pandemie von 2009 vergleicht, hat 2019-nCoV die steilste Neuinfizierungskurve:
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Quelle

Es wird spannend sein zu sehen, ob sich die Kurve der Neuinfektionen bei Corona demnächst noch abflachen wird. Das sollte sich spätestens in wenigen Tagen entscheiden - angesichts der mittlerweile relativ rigorosen Abschottungsmaßnahmen in China ist das eigentlich zu erwarten.
Falls nicht, wird die Opferzahl deutlich höher werden als bei SARS, trotz der weit geringeren Letalität (knapp über 2% derzeit).

Für eine rasche Eindämmung spricht meines Erachtens, dass laut WHO die meisten Erkrankten außerhalb Chinas (derzeit "nur" 132 bestätigte Fälle) kürzlich in China waren und dass es so gut wie keine Weiterverbreitung außerhalb der Volksrepublik gibt:

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Fälle außerhalb Chinas, von denen man die Herkunft weiß (n=66) Quelle

Übrigens, laut dieser neuen Arbeit aus dem Lancet scheint es erste Hinweise zu geben, dass Männer eher angesteckt werden als Frauen. In 99 untersuchten Fällen aus dem Jinyintan Spital in Wuhan ab dem 1. Jänner hatte die Hälfte der Patienten direkten Kontakt zu einem bestimmten Fischmarkt (Huanan seafood market) - 47 von den 49 sogar einen jahrelangen beruflichen Kontakt (Verkäufer etc.). Das Geschlechterverhältnis war ca. 2:1 Männer/Frauen, das Durchschnittsalter lag bei 55,5 Jahren. Von diesen 99 Patienten sind bis zum 25. Jänner 31 als gesundet entlassen worden, aber trotz intensiver Therapie 11 gestorben (alle an akutem Lungenversagen und Multiorganversagen). Die beiden am frühesten gestorbenen waren langjährige Raucher. Es wurde nicht berichtet, wie lange es gedauert hatte vom ersten Auftreten von Symptomen bis zum Tod.
Die bei dieser Gruppe gesehene Letalität von 11% (11 von 99) lässt leider nichts Gutes erwarten.

Und damit wir vor lauter Zahlen nicht vergessen, dass es sich um Menschen handelt, hier ein Bild von einer Krankenschwester in Schanghai, die sich von ihrer Familie verabschiedet und nach Wuhan fährt, um dort als Freiwillige Corona-Patienten zu behandeln!
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Quelle

Respekt für diese Frau und alle anderen Freiwilligen! Daß sich Menschen freiwillig in dieses Gebiet begeben stimmt mich trotz allem optimistisch!

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Bin gespannt wie es weitergeht.... richtig Sorgen mache ich mir bisher aber nicht.

  ·  2 months ago (edited)

genau das ist der Punkt! Es interessiert nicht was individual "schlimmer" ist (Grippe, Rauchen, Autofahren). Die Dynamik entscheidet. Das ist ein super-exponentieller Anstiegt, eine hyperbolische Kurve, nen ganz anderes Kaliber als exponentielle parabolische Pandemien. Die Kurve allein ist doch Evidenz genug dass die Verdopllung der Infizierten nicht in fixen Zeiträumen erfolgt, sondern die Zeiträume für ein Verdopplung immer kürzer werden. Genau wie der Typ der meinte, dass mehr Menschen mit Kim Kardashian geschlafen haben als in den USA tatsächlich an Ebola starben 😂

solange der yuan nicht massiv abwertet ist es glaube nicht soo schlimm. Mal schauen was die nächste Woche bringt.

Wer in 1 Wochen 3000 Krankenhausbetten aus dem Boden stampft, der ist zumindest in der Lage effizient was auf die Beine zu stellen.

Bei uns baggern die schon seit 3 Monaten vor der Türe für die Erneuerung einer 50 Meter langen Abwasserleitung auf der Straße. Und die ist immer noch nicht fertig...

Deutschland kann bei dem Personal und den vorhandenen Strukturen einpacken. Sich hier auf die Behörden und deren 35 Stundenwoche zu verlassen ist ziemlich naiv.

Erst recht wenn die obersten Entscheidungsträger in den Landesgesundheitsministerien nicht die geringste medizinische Bildung erfahren haben - mal von zwei Gesundheitsministern auf Landesebene abgesehen...

Servus.

Interessanter Bericht.
Wen die WHO allerdings meint es gäbe keine Weiterverbreitung des Virus muss ich doch mit Nachdruck darauf hinweisen dass alle Infizierten in der BRD von einer Chinesin angesteckt wurden.
Einer der Infizierten hat sein Kind infiziert, ein anderer einen Freund. Letzterer liegt in Quarantäne in Spanien.
Womit der Beweis erbracht wäre, dass es sehr wohl eine Verbreitung gibt. Was auch logisch ist wenn der R0- Wert irgendwo zwischen 2 und 3 liegt.

Übrigens ist die Tidesrate "unsauber" wiedergegeben.
Wenn, wie heute, sich 2100 Menschen neu infizieren und 45 Tote bestättigt werden, bedeutet dies ja nicht, dass die 45 Toten von diesen 2100 Personen, oder gar den 12000 insgesamt infizierten, stammen. Da eine Lungenentzündung, und davon reden wir hier letztlich, so ca 2 Wochen dauert bis man wieder auf den Beinen ist, stammen die 45 Toten von den Infizierten von vor ca 1 Woche ( wenn wir Glück haben).
Am 25. Jänner hatten wir 1300 Infizierte insgesamt. Davon sind heute 250 tot. Macht eine Todesrate von 19%. Kopfrechnen ist nicht so meins.

Btw. Seit heute werden keine Angaben mehr über den Gesundheitszustand der deutschen Infizierten mehr gemacht. Warum wohl?

Und einen GRUND für Panik gibt es nie! Allerdings viele für die Vorsorge.

Lg

Es gibt bislang so gut wie keine Weiterverbreitung, nur wenige Fälle der 12000 hatten sich im Ausland infiziert.

Zur unsauberen Todesrate. Ich gebe Dir recht, Dein Argument scheint schlüssig, aber wenn Du Dir die Todesraten anderer Pandemien anschaust, war die endgültige Letalität nicht viel anders als diejenige während der noch laufenden Pandemie, z.B. SARS am Tag 21: 2420 Infizierte und 217 Tote. Gemäß Deiner Logik hätten viel weniger Tote auftreten dürfen. Es scheint einen gegenteiligen Effekt zu geben, vermutlich weil viele Infizierte am jeweiligen Tag noch nicht erfasst sind.

Die Todesfälle treten trotz modernster medizinischer Maximalversorgung auf und daher ist ein Vergleich mit der spanischen Grippe von 1918 nicht im geringsten angebracht.

Natürlich gilt es in so einer Situation die Ruhe zu bewahren - das ist wie beim Ausbruch eines Brandes.

Ruhe kannste aber nur herstellen, in dem Du offen und ehrlich direkt zu Beginn vollkommen transparent den Menschen ALLE Informationen richtig zu Verfügung stellst. Genau das sehe ich hier nicht in diesem Land.

Die Informationspolitik der zuständigen Stellen gefährdet damit die öffentliche Ordnung und den Kampf gegen die größte medizinische Herausforderung seit der Pest.

Die Verharmlosungsstrategie des BMG und der Medien ist auf jeden Fall dazu geeignet am Ende wirklich zu einer Panik zu führen, da dann niemand den Empfehlungen der Behörden glauben schenkt.

Denn wenn zu Anfang schon kein reiner Wein eingeschenkt wird, wieso sollte dann noch jemand den Entscheidungsträgern dann noch glauben schenken???

Die einzige Chance die schlussendlich eine Lösung der nCoV Krise bringen kann ist die Abschaffung der sozialistischen Strukturen mitsamt der Unheilsbringer und die Wiederherstellung freier Märkte.

Freie Märkte sind stets höchst effizient bei der Lösung von Probleme, da sie die Unternehmen zum einen daran interessiert sind ihr Mitarbeiter und Kunden lebend wieder zu sehen und zum anderen sich auch Profite erwirtschaften lassen.

Wenn der Profit aber nicht da ankommt, wo er ankommen sollte, sprich bei den Risikokapitalgebern in Forschung und Technik, und stattdessendurch Bildungsanalphabeten verkomsumiert wird zwecks Erhaltung der Macht sozialistischer Irrläufer, dann darf man sich nicht wundern, wenn Millionen Menschen am Ende durch den Sozialismus zu Tode kommen.

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Ro liegt bei 4 und höher derzeit. Es gibt auch Superspreader - so hat bei SARS ein Patient 74 Kontaktpersonen angesteckt.

Das ist bei nCoV sicherlich noch steigerungsfähig.

Wir müssen nur dafür sorgen, dass noch ein paar Messen zusätzlich stattfinden und Massenveranstaltungen nicht abgesagt werden...

Vermutlich kann am Ende ein Infizierter ein ganzes Fussballstadion anstecken. Bin mal gespannt, ob dann Spahn und Co auch noch gelassen bleiben...

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Dem stimme ich absolut zu. Ob Flut, brennender Reaktor oder eben so etwas. Am Ende hängt es eben doch immer an den Helfern, die ihr Leben aufs Spiel setzen um einen entscheidenden Unterschied zu machen. Solange es bei so etwas immer noch Freiwillige gibt, bin ich guter Dinge.

Schade, dass man nach dem Erfolg zumeist diese Menschen auch sehr schnell wieder vergisst...

Das schaut schon etwas bedrohlich aus. Es ist das erste Mal, dass ich Details dazu gelesen habe. Hoffentlich wird es zumindest nicht schlimmer als die vorhergehenden artverwandten Pandemien!
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Die Hoffnung stirbt zuletzt. Hätten wir freie Märkte und keinen Sozialismus als Krisenmanager, dann wäre ich guter Dinge - so aber wird der Sozialismus wieder Millionen Menschen in den Tod führen, weil eben eine Assetfehlallokation des Kapitals durch den Sozialismus system seit Jahrzehnten forciert wird.

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Werde in den nächsten Tagen auch nochmal ein Update zum Thema schreiben. Da ich auch recht müde bin, jetzt nur kurz eine Anmerkung.

Sowohl bei SARS als auch beim Wuhanvirus kommt der Großteil der Zahlen von chinesischen Behörden. Darauf kann man sich in keinster Weise verlassen. Bei SARS kann man höchstens die Zahlen aus Hongkong nehmen, die halbwegs zuverlässig gewesen sein dürften.
Hilft wegen der gedrängten Verhältnisse in HK aber nicht wirklich.

Der Cover-Up bei SARS war noch wesentlich schlimmer als jetzt. Von daher ist von deutlich höheren Opferzahlen auszugehen.
Letzteres ist aber auch jetzt wieder der Fall. Berechnungen & anekdotische Evidenz (falls das Deutsch ist) lassen auf ein Vielfaches der offiziellen Zahlen schließen. Daher sind die gezeigten Graphen weitgehend Spekulation.

Danke für die tolle Zusammenfassung. Hört sich alles nicht so besonders toll an, denke aber dennoch, dass die Medizin das eher früher als später effektiv bekämpfen wird können.

Mit toten Ärzten und Pflegern sieht das schlecht aus - erst recht beim Massenanfall an Kranken und fehlenden Krankenhausbetten.

Wie willste denn im ersten Erkankungsgipfel hierzulande bei 5-6 Millionen Akuterkrankten auf einen Schlag und nur 500000 Krankenhausbetten und noch weniger Intensivpatienten, das ganze unter Kontrolle kriegen?

Die Zahl der Tote wird explodieren und viele werden sterben, weil es keine Ärzte mehr gibt oder die Pfleger immer weniger werden.

Im Sozialismus ist der Tod der ständige Begleiter, diesmal weil die Strukturen durch die Negativauslese an der Spitze der Politik und deren sozialistischen Irrlehren die Gesundheitsstrukturen seit Jahren durch Planwirtschaft gegen die Wand gefahren haben.

Oder glaubst Du man kann die schon heute eh überlasteten Kliniken und den sozialistisch geschaffenen Bettenmangel dadurch beseitigen, dass man Herzinfarkte, Schlaganfälle, Autounfälle usw. einfach links liegen lässt und wieder nach Hause schickt?

Ist eine ziemlich naive Denke, dass bei fehlenden Reservekapazitäten des medizinischen Personals und der Intensivmedizin hier noch was abgefedert oder gar zum besseren gewendet werden könnte.

Der Sozialismus hat das Gesundheitssystem zum Zwecke des Machterhaltes und zum Erhalt von Posten von Stümpern und Taugenichts schon lange gegen die Wand gefahren.

Die Betreiber von Krematorien können sich schon jetzt die Hände reiben, ebenso Tischler und Sarghersteller.

Wohl bekomms...

Echt ein guter Vergleich. Da relativiert sich doch die ganze Sache. Wünsche vielen die Angst haben, dass sie Deinen Bericht lesen. Liebe Grüße Michael !invest_vote

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