Filmempfehlung zu Ostern: Risen (Auferstanden)

in #deutsch ÔÇó last month

Wichtige Einleitung: SPOILER ALARM

Ok, jetzt k├Ânnen wir anfangen.­čśÄ­čŹ┐

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Ich schaue gerne Filme mit christlichen Themen. Ein weiterer Grund neben meinem Glauben ist, dass diese Filme oft weniger bekannte (oder unbekannte) Schauspieler zeigen und mit einem offensichtlich knappen Budget gedreht werden. Risen hatte mit 20 Millionen Dollar ein kleines, aber anst├Ąndiges Budget. Der Film zeigt auch ein paar bekannte (wenn auch wahrscheinlich als B-Liste betrachtete) Schauspieler. Zur Besetzung geh├Âren Ralph Fiennes und Cliff Curtis. Au├čerdem ist der f├╝r den Oscar nominierte Peter Firth dabei. Ich mochte die Aufmachung dieses Films und sah ihn mir auf DVD an. Der Film war besser als ich erwartet hatte, trotz allem, was man bei IMDb oder anderswo lesen kann.

Risen untersucht den Tod und die Auferstehung Jesu (Curtis) durch die Augen eines r├Âmischen Tribuns, Clavius (Fiennes), der beauftragt wird, das Verschwinden von Jesu K├Ârper nach seiner Kreuzigung zu untersuchen. Unterst├╝tzt wird er von einem jungen Soldaten, Lucius (Tom Felton). Als Clavius r├Âmische Soldaten, Zeugen und Mitglieder des inneren Kreises von Jesus befragt, beginnt er, Schlussfolgerungen zu ziehen. Die physischen Beweise st├╝tzen nicht die Geschichten der r├Âmischen Wachen, die zur Bewachung des Grabes abgestellt wurden. Das Zeugnis der J├╝nger Jesu scheint langsam Clavius' Herz zu ver├Ąndern, da es die Wahrheit der Auferstehung bezeugt.

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Dieser Film gibt nicht vor, ein biblischer Bericht ├╝ber die Auferstehung zu sein. Stattdessen ist es eine idealisierte Perspektive, wie die Dinge den R├Âmern, die Zeugen der Ereignisse waren, erschienen sein k├Ânnten. Aus der biblischen Perspektive wissen wir, dass es r├Âmische Soldaten gab, die ihn als Gott verk├╝ndeten. Wir kennen auch die Geschichte von Paulus, einem Verfolger Jesu, der sp├Ąter nach seiner Begegnung mit Christus auf der Stra├če nach Damaskus zum Christentum konvertierte. Dieser Film f├╝hlte sich irgendwie wie eine Mischung aus diesen Konzepten an, die in das Gewebe der Geschichte eingewoben wurden, unterst├╝tzt durch die Berichte des Neuen Testaments. Die Geschichte hat einen interessanten Ansatz, einnehmende Charaktere und einen anst├Ąndigen Erz├Ąhlungsbogen. Obwohl nicht perfekt, war die Geschichte fesselnd.

Die Dialoge waren anst├Ąndig und die Geschichte spannend. Aber die Schauspielerei gab dem Film wirklich etwas Biss. Es gab ein paar Momente, die ein bisschen komisch wirkten, aber insgesamt war die Besetzung au├čergew├Âhnlich. Ich denke, Cliff Curtis war au├čergew├Âhnlich als Jesus. Obwohl er nicht so viel Zeit auf dem Bildschirm hatte wie Fiennes, war er hervorragend, wenn er auf dem Bildschirm war. Fiennes kann einen Film wie diesen leicht tragen. Und das tut er auch. Er ist ein gro├čartiger Schauspieler und hat in Risen eine glaubw├╝rdige Leistung abgeliefert. Das gro├čartige Casting hat diesen Film aufgewertet.

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Auch der Look des Films ist f├╝r ein Budget von 20 Millionen Dollar wirklich gut. Es gibt keine gro├čen CGI-Sequenzen, aber es gibt viele Sets und Kost├╝me, die viel von diesem Budget ben├Âtigten. Der Film f├╝hlte sich kompatibel an mit der ├ära, die er darstellt.

Risen ist etwas dunkler als die meisten anderen christlichen Filme, die ich gesehen habe. Der einst├╝ndige, 47-min├╝tige Film erhielt eine Altersfreigabe von FSK 12. Das Rating basiert auf die Gewaltdarstellung. Obwohl der Film nicht so grafisch ist wie "Die Passion Christi", gibt es doch ein kleines Ma├č an Gewalt. Die Er├Âffnungssequenz beinhaltet Kampfgewalt, bis hin zum Tod, was auch f├╝r die Kreuzigung gilt.

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Die Brutalit├Ąt der R├Âmer ist von Zeit zu Zeit zu sehen. Insgesamt ist das Bildmaterial leicht grafisch, aber nicht ├╝berfl├╝ssig. Es sollte f├╝r Teenager und dar├╝ber hinaus in Ordnung sein. Obwohl ich pers├Ânlich genug Gutes in diesem Film finden w├╝rde, um auch j├╝ngeren Kindern das Anschauen zu erm├Âglichen.

Als christlich inspirierter Film ist "Risen" ein mitrei├čender Erfolg. Als reines Kino ist es ein solider Film. Dies ist die Art von Film, f├╝r die ich meine Bewertung aufteilen muss. Objektiv vs. Subjektiv. Subjektiv w├╝rde ich diesem Film auf einer Skala von 1-10 wahrscheinlich eine 10 geben. Ich liebe die Ann├Ąherung an die Auferstehungsgeschichte, die gr├Â├čte Geschichte, die je erz├Ąhlt wurde, wenn man Christ ist. Als Filmliebhaber muss ich zugeben, dass der Film noch besser h├Ątte sein k├Ânnen. Das Budget war eine Einschr├Ąnkung. Bessere Schauspieler und ein etwas besseres Drehbuch h├Ątten diesem Film gut getan. Objektiv gesehen liege ich immer noch weit vor IMDb, die den Film bei einer mickrigen 6.3 sehen. Wenn man sich die Kritiken anschaut, von denen, die sich die Zeit genommen haben, zu schreiben, warum sie den Film so bewertet haben, wie sie ihn bewertet haben, f├Ąllt der Film solide in den 8er-Bereich.

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FAZIT: Am besten gef├Ąllt mir an dem Film, dass er konsequent den typischen Klischees von christlichen Filmen widerspricht, die es nun mal gibt, also das dort nicht alle rumlaufen wie Weicheier/Softies, sich alles gefallen lassen und k├╝nstlich grinsen, bis das Gesicht einfriert. In Risen geht es zur Sache, an Action mangelt es nicht und trotzdem wird die christliche Botschaft nicht vernachl├Ąssigt, die hier interessanterweise mal aus Sicht eines "Heiden" pr├Ąsentiert wird (hat es vorher auch noch nicht gegeben) und das auf eine Weise, die es trotz actionreicher Szenen noch erlaubt, ihn gerade zu Ostern, wo es um die im Film thematisierte Botschaft geht, guten Gewissens mit der ganzen Familie anzusehen, sofern die Kinder das 12. Lebensjahr erreicht haben.